trioPLUS triff Europäische Jazzlegenden

Freitag, 22. September, 20 Uhr, mit dem Posaunisten Conny Bauer. trioPLUS sind Peter Ortmann, Klavier, Florian Galow, Kontrabass und Oliver Sonntag, Schlagzeug- drei renommierte, professionell arbeitende und stilistisch breit aufgestellte Musiker aus Lübeck.

An drei Abenden haben sich die Musiker jeweils einen herausragenden Wegbereiter des Jazz als Gastmusiker eingeladen. 

Conny Bauer, geboren 1943 in Halle an der Saale, begann als Jugendlicher zu musizieren. Nach autodidaktischen Anfängen als Sänger und Gitarrist, studierte er in Dresden Posaune. Dort entdeckte er den Jazz für sich. Nach dem Studium zog er nach Berlin und spielte in verschiedenen Bands, wie der „Modern Soul Band“, „Synopsis“ oder „FEZ“. 1974 gab er sein erstes Solo-Konzert und fasziniert seitdem seine Zuhörer mit immer neuen Klängen, die er durch meisterhafte Blastechniken erzeugt. Der US-amerikanische Musikjournalist John Corbett prägte den Begriff der „Conradismen“ und bezeichnete Bauers Musik als „eine der radikalsten originalen Stimmen in der improvisierten Musik.“
Für seine Solo-Improvisationen wählt Bauer stets besondere Orte – den Zeus-Altar im Berliner Pergamonmuseum, den Magdeburger Dom oder das Leipziger Völkerschlachtdenkmal gaben seiner Musik schon ganz eigene Entfaltungsräume. Für die Schallplattenaufnahme „Flüchtiges Glück“ reiste er 1986 nach Köln und spielte im Rahmen des Projekts „Vor der Flut“ im Wasserspeicher Severin.
Bauer tourte durch Europa, die USA, Kanada, Südamerika und Japan und spielt mit international-renommierten Musikern wie Gianluigi Trovesi (sax, cl), Peter Brötzmann (sax) oder Han Bennink (dr). Er ist neben Ernst-Ludwig Petrowsky (sax), Günter „Baby“ Sommer (dr) und Uli Gumpert (p) Gründungsmitglied des legendären „Zentralquartetts“, dem er bis 2015 angehörte.
Für seine Musik wurde er bereits vielfach ausgezeichnet, 1986 mit dem Kunstpreis der DDR und 1994 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin. 2004 erhielt Bauer insbesondere für sein Solo-Album „Hummelsummen“, das in der Kirche von Boswill / Schweiz aufgenommen wurde, den SWR-Jazzpreis. 2008 erlangte er einen Platz auf der Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie „Grenzgänge“ für seine Solo-CD „Der gelbe Klang“. Seit Anfang 2016 begleitet Conny Bauer das Stück „Stunde der Komödianten“ im neuen theater in Halle live an der Posaune. Er spielte im April 2016 zum Richtfest der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel und gab zahlreiche hochgelobte Solo-Konzerte. 

Jazz ist kreative, kommunikative und spontane Musik. Die Entstehung kann "round about" auf den Beginn des 20. Jahrhunderts datiert werden. Jazz ist die erste Musik, die unter Beanspruchung künstlerischer Aussagekraft die solistisch individuelle und kooperativ improvisierende Leistung in den Vordergrund stellt. Jazz ist etwa gleichzeitig mit einer aktuellen, allerdings durchkomponierten Musik entstanden, die später als "Neue Musik" bezeichnet wird. Gerade in Europa fand eine eigenständige Entwicklung des Jazz seit den 1960er Jahren statt, eine Entwicklung, die von musikalischer Freiheit und offenen Grenzen zu allen den Jazz umgebenden und ihn beeinflussenden Musikgenres und Musikkulturen geprägt ist. Viele inzwischen legendäre europäische Jazzmusiker haben zu dieser Emanzipation vom großen nordamerikanischen Vorbild beigetragen. Das Lübecker trioPLUS hat sich zum Ziel gesetzt, einige dieser herausragenden Wegbereiter des europäischen Jazz zu präsentieren. Ihre Auffassungen über Jazz und improvisierte Musik und  nachfolgende Musikergenerationen prägenden eigenen Spielweisen sollen einem interessierten und neugierigem Publikum vorgestellt werden. Den Humus bilden historisch wegweisende sowie aktuelle Kompositionen und interessante Spielkonzepte führender Improvisatoren der europäischen Jazz-Szene. Dabei spielt die offen gestaltete musikalische Kommunikation eine besondere Rolle in Verbindung mit persönlicher Kreativität und Spontaneität zwischen den Musikerpersönlichkeiten, die das Konzerterlebnis gleichsam spannend wie vergnüglich erfahren lassen. Damit wird eine lebendige Brücke zur europäischen Jazz-Avantgarde geschlagen.

Zu trioPLUS gehören mit Peter Ortmann, Klavier, Florian Galow, Kontrabaß und Oliver Sonntag, Schlagzeug drei renommierte, professionell arbeitende, kreative sowie stilistisch breit aufgestellte Musiker aus Lübeck.Eine begleitende Moderation stellt Kompositionen, Improvisationen, Spielkonzepte und ihre Urheber vor und führt in den jazzhistorischen wie auch musikwissenschaftlichen Zusammenhang der aktuellen Musik in Deutschland und Europa ein.

Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 15 € (erm. 12 €), Karten unter www.luebeck-ticket.de,  im St. Petri-Turmshop uns an der Abendkasse.

Ringvorlesung

RINGVORLESUNG
der Lübecker Hochschulen in St. Petri
Mehr Informationen auf www.welt-eule.de

Der Lübeck-Blick vom Petri Aussichtsturm:
Ein Muss in jedem Ausflugsprogramm.