Freitag, 8. November 2013 | 17 Uhr | Eintritt frei

Psychotherapeut und Alternsforscher Prof. em. Dr. med. Hartmut Radebold über „Kindheiten im Zweiten Weltkrieg und ihre Folgen“ - Viele Jahrzehnte blieben die Erlebnisse der 15 Millionen deutschen Kriegskinder ungesagt und ihr Leid unsichtbar – angesichts der Naziverbrechen war es tabu, darüber zu sprechen.

Auch gab es immer jemanden, dem noch Schlimmeres widerfahren war. Es ging ums Überleben und ums Aufbauen. Eltern, Lehrer und andere Erwachsene hatten vollauf damit zu tun, wieder so etwas wie Normalität herzustellen. Viele Kriegskinder hatten eines begriffen: Was Du im Kopf hast, kann Dir niemand mehr nehmen. Fleißiges Lernen, Erfolg im Beruf und die frühe Familiengründung waren in den 50er Jahren  wichtige Stützen, um traumatische Kriegserlebnisse mehr oder weniger erfolgreich verdrängen zu können. Erinnerungen brechen auf Heute weiß man, dass sich in der Generation der Kriegskinder Ängste, Depressionen und andere typische Anzeichen von nicht verarbeiteten Traumata häufen. Viele  Betroffene leiden im Alter unter chronischen Schmerzen, Herzrasen und Schlaflosigkeit, die mit wiederkehrenden bruchstückhaften Kriegserinnerungen einhergehen. Es ist heilsam, über das Erlebte sprechen zu können und sich auszutauschen – mit anderen Betroffenen, mit der jüngeren Generation,  aber auch mit Fachleuten in Sachen Seelsorge und Geschichtsbewältigung.

 

Moderiert wird die Veranstaltung mit anschließender Diskussion von Frau Pastorin Marion Böhrk-Martin. Der Eintritt ist frei. Stefan Kuchel (Saxofon) begleitet den Abend musikalisch.

 

 

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