Petrivisionen - Kunst und Religion und Wissenschaft

Manche sagen: „Die Petrivision, das ist das, was St. Petri anstelle eines Gottesdienstes macht.“

Andere behaupten: „Die Petrivision ist eine Performance aus Kunst und Wissenschaft, die erstaunlich viel Theologie enthält“. Und wieder andere glauben, diese Nachtveranstaltung in der Lübecker Kultur- und Universitätskirche sei noch etwas ganz anderes. Haben vielleicht alle Recht?

„Man kann die Petrivision nicht definieren“, sagt Pastor Dr. Bernd Schwarze, der dieses erfolgreiche Format mit einer Gruppe kreativer Köpfe aus Theater, Musik, Literatur und Wissenschaft einmal im Monat zur Aufführung bringt, „man muss es einmal selbst erlebt haben.“

Nicht allen behagt die späte Uhrzeit. Dennoch kommen jedes Mal Hunderte, die um 23 Uhr dabei sein wollen. Sie lauschen den Kurzvorträgen, den Chorgesängen, den Improvisationen von Bläsern oder Streichern, den Lesungen von Gedichten. Sie genießen die Atmosphäre und das besondere Licht. Nachts ist die Petrikirche am schönsten.

Am 23. Dezember, dem Vorabend zum Heiligabend, findet eine Weihnachts-Petrivision statt. Mit einem Abend über „Erde“ schließt eine Reihe zu den „Elementen“, die St. Petri gemeinsam mit dem Institut für Chemie der Lübecker Universität vorbereitet hat. Wissenschaft und Kunst kommentieren das irdische Geschehen um Christi Geburt.

 

Im Jahr 2012 ist Lübeck „Stadt der Wissenschaft“. Am 4. Februar beginnt eine neue Reihe der Petrivisionen, die über ein ganzes Jahr das wissenschaftliche Leben in der Stadt kommunizieren und inszenieren soll. „Zeit“ wird das Thema dieser zehnteiligen Serie sein. Die „Zeit“ mit all ihren natur- und geisteswissenschaftlichen Aspekten, ihrem unnachgiebigen Verstreichen, ihren Herausforderungen an Leben und Kunst. Das Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) ist Kooperationspartner für diese Reihe im Wissenschaftsjahr. Aber nicht nur Historiker und Kunstfachleute werden diese Petrivisionen mitgestalten, auch Mathematiker, Physiker, Biologen, Psychologen, Mediziner, Ingenieure kommentieren die „vierte Dimension“. Sie werden alte Fragen beantworten und neue Fragen stellen: Warum bei den Ägyptern die Woche zehn Tage dauerte. Weshalb die Zeit auf einem Berg schneller vergeht als im Tale. Wie viele Sekunden man als Gegenwart definiert. Ob man Chronos und Kairos unterscheiden kann. Wie lange unsere Welt schon existiert. Und wie viel Zeit uns noch bleibt.

 

Neue Reihe „Zeit“ mit folgenden Themen:
4.2.12 Nullpunkt | 3.3.12 Evolution | 31.3.12 Geschehen | 5.5.12 Dimension | 2.6.12 Steuerung | 7.7.12 Rhythmus | 1.9.12 Variation | 6.10.12 Vorsprung | 3.11.12 Auflösung | 23.12.12 Konstante

Der Lübeck-Blick vom Petri Aussichtsturm:
Ein Muss in jedem Ausflugsprogramm.

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