trioPLUS triff Europäische Jazzlegenden

Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, mit dem italienischen Gastsolisten Gianluigi Trovesi. trioPLUS sind Peter Ortmann, Klavier, Florian Galow, Kontrabass und Oliver Sonntag, Schlagzeug- drei renommierte, professionell arbeitende, kreative sowie stilistisch breit aufgestellte Musiker aus Lübeck.

An drei Abenden haben sich die Musiker jeweils einen herausragenden Wegbereiter des Jazz als Gastmusiker eingeladen.

Gianluigi Trovesi wurde 1944 im norditalienischen Nembro in der Provinz Bergamo geboren. Er gehört als Tenorsaxophonist und als Klarinettist zu den profiliertesten zeitgenössischen Jazzkünstlern Italiens. Trovesi ist Mitglied einer Generation von Komponisten und Improvisatoren, die dem europäischen Jazz seit den 1960er Jahren eine eigenständige Stimme gegeben haben und die damit einhergehende emanzipatorische Entwicklung mit begründeten. Dabei - und so ist es stets bei seiner Musik herauszuhören - integriert er die Vielfalt seiner eigenen italienischen Heimatfolklore ebenso temperamentvoll wie das gesamt Spektrum der europäischen klassischen Musik. Durch zahlreiche Preise für seine CD-Aufnahmen wurde Trovesi weltweit als eine führende Stimme des italienischen Jazz einem großen Publikum bekannt. In Italien spielt er in der Bigband von Radio Mailand sowie seit 1981 mit dem "Instabile Orchestra", einem dem freikonzeptionellen kollektiven Improvisationsspiel verpflichteten Großensemble, sozusagen die italienische Version des deutschen "Globe Unity Orchestras" oder der "Association of ..." in den USA. Als Musiker war er gefragt bei der Jazzrock-Band Nexus, in den Ensembles von Enrico Rave und Paolo Fresu. Um das Jahr 1970 kam es zu musikalischen Begegnungen mit der deutschen Szene freier Improvisation, wie sie von Manfred Schoof, Peter Kowald und Günter "Baby" Sommer beispielsweise gepflegt wurde. Gialuigi Trovesi folgte seinerzeit einer Einladung des Jazzredakteurs und Festivalpromoters Joachim E. Berendt zum sog. Klarinettengipfel in das Studio des Südwestfunks Baden-Baden - einem wichtigen Meilenstein in seiner Karriere. Besonders markant wirkt Trovesis Spiel im Rahmen seiner eigenen Kompositionen und Musizierpraxis. Zahlreiche Preise geben Zeugnis von Trovesis hoher künstlerischer Anerkennung - in Italien und über Europa hinaus.

Jazz ist kreative, kommunikative und spontane Musik. Die Entstehung kann "round about" auf den Beginn des 20. Jahrhunderts datiert werden. Jazz ist die erste Musik, die unter Beanspruchung künstlerischer Aussagekraft die solistisch individuelle und kooperativ improvisierende Leistung in den Vordergrund stellt. Jazz ist etwa gleichzeitig mit einer aktuellen, allerdings durchkomponierten Musik entstanden, die später als "Neue Musik" bezeichnet wird. Gerade in Europa fand eine eigenständige Entwicklung des Jazz seit den 1960er Jahren statt, eine Entwicklung, die von musikalischer Freiheit und offenen Grenzen zu allen den Jazz umgebenden und ihn beeinflussenden Musikgenres und Musikkulturen geprägt ist. Viele inzwischen legendäre europäische Jazzmusiker haben zu dieser Emanzipation vom großen nordamerikanischen Vorbild beigetragen. Das Lübecker trioPLUS hat sich zum Ziel gesetzt, einige dieser herausragenden Wegbereiter des europäischen Jazz zu präsentieren. Ihre Auffassungen über Jazz und improvisierte Musik und  nachfolgende Musikergenerationen prägenden eigenen Spielweisen sollen einem interessierten und neugierigem Publikum vorgestellt werden. Den Humus bilden historisch wegweisende sowie aktuelle Kompositionen und interessante Spielkonzepte führender Improvisatoren der europäischen Jazz-Szene. Dabei spielt die offen gestaltete musikalische Kommunikation eine besondere Rolle in Verbindung mit persönlicher Kreativität und Spontaneität zwischen den Musikerpersönlichkeiten, die das Konzerterlebnis gleichsam spannend wie vergnüglich erfahren lassen. Damit wird eine lebendige Brücke zur europäischen Jazz-Avantgarde geschlagen.

Zu trioPLUS gehören mit Peter Ortmann, Klavier, Florian Galow, Kontrabaß und Oliver Sonntag, Schlagzeug drei renommierte, professionell arbeitende, kreative sowie stilistisch breit aufgestellte Musiker aus Lübeck.Eine begleitende Moderation stellt Kompositionen, Improvisationen, Spielkonzepte und ihre Urheber vor und führt in den jazzhistorischen wie auch musikwissenschaftlichen Zusammenhang der aktuellen Musik in Deutschland und Europa ein.

Letzter Abende der Reihe mit Gastsolisten:Freitag, 11. November, 20 Uhr: Gunter Hampel (D). Seine Instrumente sind Vibraphon, Bassklarinette und Querflöte und als Mitglied der „Jazzkantine“ ist er auch dem jungen Publikum ein Begriff.Eintritt pro Abend € 15,- (12,-), nur Abendkasse.

Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 15 € (erm. 12 €)

Der Lübeck-Blick vom Petri Aussichtsturm:
Ein Muss in jedem Ausflugsprogramm.

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