Die Petrivisionen kehren zurück

Im März 2020 startete St. Petri zu Lübeck unter der Überschrift „Geheimnis“ eine neue Reihe der Petrivisionen. Nach einem ersten Abend zum Thema „Code“ zwang die Corona-Pandemie die Kultur- und Universitätskirche zu einer zweijährigen Pause der nächtlichen Performances. Kleinere, teils virtuelle Formate mit dem Titel „Jetzt“ halfen, die lange Zeit zu überbrücken. Am Sonnabend, dem 2. April, um 23 Uhr, sollen die Petrivisionen samt ihrer Geheimnis-Reihe nun zurückkehren, mit einem Abend über das „Tabu“. „Wir gehen das Ganze vorsichtig an, denn die Inzidenzzahlen sind immer noch besorgniserregend“, sagt Pastor Dr. Bernd Schwarze. „Aber wir vertrauen darauf, dass unsere Gäste sich umsichtig verhalten.“

Wie in der gesamten Reihe geht es auch bei der „Tabu“-Inszenierung um Unantastbares, Geheimes und Verborgenes in einer immer transparenter werdenden Welt. Der Journalist Hanno Kabel wird über das Phänomen der Enttabuisierung in den Medien referieren. Dr. Oliver Zybok, Direktor der Overbeck-Gesellschaft und Kunstkurator von St. Petri, diskutiert anhand von Beispielen die These: „Kunst kennt keine Tabus“. Die Geschichte des Tabus in der Religion und die Folgen ihres Verschwindens macht Pastor Dr. Bernd Schwarze zum Thema seines Beitrags. Das Ensemble „Enchanté“ singt Werke von Gesualdo, Britten und Buitkamp-Nagel. Jesús Colmenárez und Jeanne Degos erzeugen mit ihren Oboen geheimnisvolle musikalische Momente. Installationen im Raum und literarische Texte, vorgetragen von Ludwig-Christian Glockzin, vervollständigen das Programm.

Sigrid Dettlof, die gemeinsam mit Glockzin für die Regie des Abends verantwortlich ist, sagt: „Wir sind gefragt worden, ob wir diesen Abend der Ukraine widmen wollen. Natürlich wird die Frage von Tabubrüchen im Krieg eine Rolle spielen, aber es ist uns gerade jetzt wichtig, auch grundsätzlich zu bedenken, wie wir leben und was wir schützen wollen.“ Statt einer Spende für weitere Petrivisionen empfehlen die Veranstalter den Besuchern eine Kollekte zugunsten der ukrainischen Flüchtlinge an.

Die Teilnahme an dieser Petrivision ist ohne Anmeldung möglich. Da es keine festen Sitzplätze gibt, ordnet St. Petri das Tragen von FFP2-Maken an und weist alle Gäste auf die Abstands- und Hygieneregeln hin. Zur Einstimmung in die Themennacht öffnet das St. Petri Café bereits um 22 Uhr.

 TABU

2. April 2022     

 Dr. Oliver Zybok, Kunsthistoriker
 
 Hanno Kabel, Journalist
 

 

 Dr. Bernd Schwarze, Theologe

 

    Handzettel des Abends

Bilder des Abends (Fotos: Thorsten Biet)

 

 

 

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